Day 4: Wismar – Waren (Ostsee-Berlin-Tour)

Als ich heute um halb sieben aus meinem Hotelfenster gucke, ist der Himmel grau, und es hat wohl geregnet in der Nacht, denn die Strassen sind ein wenig nass.

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Wismar, Blick aus dem Hotelfenster

Auch in diesem Hotel gibt’s um 7.00 Uhr Frühstück. Ich bin – wie meist – der erste, der im Frühstücksraum auftaucht, es ist wieder ein „Corona-Frühstück“, diesmal muss man sogar Vinyl-Handschuhe benutzen, wenn man sich am Buffet bedienen möchte; das ist sehr gewöhnungsbedürftig.

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Hotel New Orleans, Wismar

Um 08.00 Uhr fahr ich los. Ich verlasse den Ostseefernradweg und fahre heute Richtung Südosten. Ziel ist Waren am Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte.

Die Etappe beginnt unspektakulär, gemütlich gondle ich durch die graue, ländliche Landschaft. Der erste grössere Ort, den ich erreiche, ist Warin, es ist aber noch zu früh für eine Kaffeepause, weshalb ich nur kurz eine Foto mache und gleich wieder weiterfahre.

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Warin

Nach Warin führt der Weg längere Zeit durch ein bewaldetes Gebiet. Die Route ist ziemlich coupiert in diesem Abschnitt, ein ständiges Auf und Ab.

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Fahrradroute durch den Wald, bei Warin

Es ist sehr feucht, die Strassen sind immer noch nass und plötzlich beginnt es heftig zu regnen. Ich kann mich unter einen Baum flüchten, wo ich schnell meine Regenkleider überziehe.

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in der Nähe von Sternberg

Das ist nicht weiter schlimm, denn es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung und ich habe ja eine ganz neue, tolle Schöffel-Regenjacke. Wie vermutet, hört es auch bald wieder zu regnen auf – ich zieh die Regenklamotten aus, nur um sie später wieder überzuziehen, weil es wieder zu regnen beginnt.

In Sternberg, der nächsten grösseren Ortschaft, möchte ich endlich die fällige Kaffeepause machen.

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Sternberg

Ich habe aber kein Glück. Der Gasthof, der Kaffee und Kuchen auf einem grossen Schild ankündigt, ist zwar offen, bedient wird aber erst um 11.30 Uhr, muss ich erfahren. Enttäuscht und auch ein bisschen verärgert fahre ich weiter, hatte ich doch extra die Regenklamotten ausgezogen.
Muss ich den heutigen Kuchen wohl ganz abschreiben? Und dies an einem Sonntag, wo’s traditionellerweise Kuchen gibt?

Unverhofft komme ich doch noch zu Kaffee und Kuchen. In Dobbertin am Dobbertiner See fahre ich an einer Konditorei mit Café vorbei. Ohne die Regenkleider auszuziehen, setze ich mich auf der gedeckten Terrasse an einen Tisch und geniesse das erste Highlight an diesem Tag.

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Erdbeerschnitte in Dobbertin

Voller Elan nehme ich meine Reise wieder auf. Dass sich meine Fahrradroute nun während ca. 10 km auf einer stark befahrenene Bundesstrasse befindet, ist ziemlich unangenehm, immerhin geht es nun ganz flott voran und bald schon erreiche ich das Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte.

Der erste See der Meck-See-Platte, den ich erblicke, ist der Plauer See. An seinem Ufer hat sich eine riesige Kolonie von Wildgänsen niedergelassen; grob geschätzt sind es sicher ca. 500 Stück.

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Plauer See

Der See präsentiert sich heute aber grau in grau und nicht plau. Wenig später führt der Radweg direkt durch einen Camping-Platz, wo sich Wohnmobil an Wohnmobil reiht.

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Wohnmobile am Plauer See

Die Route ist nun interessanter, auch das Wetter ist wieder besser. In Alt-Schwerin fahre ich an einem Museum für Landwirtschaft vorbei, dem Agroneum. Von aussen erblicke ich ein Monstergefährt, was das wohl ist?

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Dampfpflug-Lokomobile aus dem Jahre 1915

Wie diese Maschinen gebraucht wurden? „Zwei Lokomobile stehen sich auf Feldrändern gegenüber und ziehen mit Drahtseilen den Pflug hin und her“ lese ich auf der Schautafel. Interessant.

Man merkt nun, dass diese Gegend ein Fahrradparadies ist; die Wege sind wunderbar und alles ist gut beschildert.

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Fahrradweg (Single-Trail) in der Mecklenburgischen Seenplatte

So komme ich ohne Langeweile an mein Ziel, dem Hotel am Tiefwarensee in Waren. Es liegt etwas ausserhalb dieser schönen Kleinstadt. Um 17.00 Uhr checke ich ein, nachdem ich heute 120 km gefahren bin – das ist ziemlich viel. Dementsprechend bin ich müde und lege mich nach der Dusche kurz aufs Bett, wo ich sogleich einnicke, der Schlaf dauert 17 Minuten, dann weckt mich mein iPhone, denn ich muss mich bereitmachen für das Nachtessen, das ich um halb sieben im Hotel einnehmen darf. Es gibt Maishähnchenbrust mit Risotto, sehr lecker zubereitet.

Für eine Besichtigung von Waren bin ich zu müde, das mache ich morgen früh, dafür geniesse ich den Blick aus dem Fenster dieses sympathischen Hotels und schreibe meinen heutigen Blog fertig.

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Blick aus dem Hotel Tiefwarensee in Waren

Fakten 4. Etappe: Wismar-Waren
Gefahrene Strecke: 121 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.8 km/h
bergauf: 1’150 m
bergab: 1’080 m

4. Etappe: Wismar-Waren

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