Die heutige Tour hat den Türlersee zum Ziel. Das ist ein kleiner See, den ich nur vom Hörensagen kenne, deshalb möchte ich ihn heute anfahren. Mein Sohn, der momentan in der RS ist, hat endlich mal wieder Urlaub bekommen, und da er auch ein begeisterter Tourenfahrer ist, begleitet er mich heute. Das freut mich sehr.
Ca. um halb acht fahren wir los; zuerst führt uns der Weg der Forchbahn entlang bis nach Zumikon, das höher liegt als Egg. Da es auch heute morgen wieder ziemlich warm ist – zu warm für den April – kommen wir bald ins Schwitzen. Nach Zumikon sehen wir bis zur Hügelkette der Lägern

Zollikerberg (vorne), Zürich (weiter hinten) und Lägern
Rasch sind wir in Zürich, da nun die Strasse konstant abwärts geht. Es hat kaum Verkehr an diesem Corona-Samstag-Morgen, nur vereinzelt sind schon Leute unterwegs, die ihre Wochenendseinkäufe machen.
Bald schon überqueren wir die berühmte Quai-Brücke über die Limmat beim Zürichseeende.

Zürich mit Fraumünster, Kirche St. Peter, Grossmünster
Beim Blick auf die andere Seite sieht man die Hügelkette des Albis, auf deren Rückseite wir heute noch entlangfahren werden.

Quaibrücke Zürich mit Blick auf den Zürichsee
In der Folge fahren wir längere Zeit mitten durch die Stadt; das habe ich noch nie gemacht, es ist aber, weil’s eben ist und meist Velostreifen benützt werden können, an diesem Morgen ziemlich angenehm.
Nach Zürich-Altstätten befinden wir uns plötzlich im Grünen und haben einen schönen Blick auf den Uetliberg (Hausberg von Zürich), den wir in einer weiten Schlaufe umrunden.

Uetliberg
Beim Bahnhof von Urdorf hat man eine gute Impression von der Agglomeration im Limmattal. Im Zug, der soeben anhält, sitzen kaum Leute, es ist ein sogenannter Geisterzug, wie man ihn momentan häufig sieht in Zeiten des Corona-Virus. Immerhin fahren die Züge noch und das gibt einem das Gefühl einer gewissen Normalität in diesen abnormalen Zeiten.

Bahnhof Urdorf mit Blick aufs Limmattal
Die Tour verlässt nun das Agglomerationsgebiet rund um Zürich und führt uns in das Reppischtal, dem wir nun längere Zeit folgen. Kurz vor Stallikon haben wir wieder einen tollen Blick auf den Uetliberg (870 M.ü.M..) mit seinem 187 m hohen Fernsehturm.

bei Stallikon, Blick auf den Uetliberg
Auf wenig befahrenen Nebenstrassen und Fahrradwegen führt uns der Weg zum Türlersee. Die Fahrradroute lotst uns auf einen Seerundgangweg, der direkt dem See entlangführt. Es ist sehr schön hier, weshalb wir hier eine Verpflegungspause einlegen.

Türlersee
Der darauf folgende Abschnitt ist sehr schön. Man hat meist eine wunderbare Aussicht auf die Innerschweizer Alpen, wie hier bei Kappel am Albis.

Kloster und Kirche Kappel am Albis mit Innerschweizer Alpen im Hintergrund
Als ich bei Kappel anhalte, um obiges Foto zu machen, erinnere ich mich an die „Kappeler Milchsuppe“. Da ich aber nur noch eine vage Ahnung habe von diesem historischen Ereignis, schau ich beim Blogschreiben abends nach und möchte nun den Lesern die Geschehnisse aus dieser alten Zeit nicht vorenthalten:
„Die so genannte Kappeler Milchsuppe steht im Zentrum eines wichtigen Ereignisses aus der Geschichte der Schweiz. Ende Juni 1529 marschierten die Zürcher Truppen gegen die Innerschweizer Kantone (Religionskrieg zwischen reformierten Zürchern und katholischen Innerschweizern). In diesem Ersten Kappelerkrieg konnte dank Vermittlung durch die neutralen Orte ein Bruderkrieg unter den Eidgenossen verhindert werden. Gemäss den Berichten nutzte das gemeine Fussvolk der beiden Heere die Zeit, während die Führer verhandelten, zu einer Verbrüderung und stellte bei Kappel am Albis genau auf der Grenze zwischen den beiden Kantonen einen grossen Kochtopf auf ein Feuer. Die Zuger sollen die Milch und die Zürcher das Brot für eine Milchsuppe beigesteuert haben, die dann von beiden Heeren gemeinsam verspeist wurde.“

„Kappeler Milchsuppe“, Gemälde von Albert Anker
Wenig später, bei Ebertswil, sieht man den Zugersee und Zug, die Hauptstadt des Kantons Zug.

Blick auf Zug und Zugersee
Bald darauf folgt eine erfrischende Abfahrt nach Sihlbrugg. Der Sihl folgend fahren wir nun ein Stück Richtung Zürich, bevor wir rechts abbiegen.

Sihl
Das nun folgende Stück ist sehr steil – so steil, dass sogar mein sportlicher Sohn bald vom Rad steigt. Immerhin ist es angenehm kühl im Schatten der Bäume des sogenannten Wildnispark Sihlwald.

Steigung Richtung Horgenerberg.
Als wir oben sind, sehen wir im Rückblick dieses eindrückliche Waldgebiet noch einmal.

Sihlwald
Bald schon blicken wir von oben auf den Zürichsee herab.

Zürichsee
Auf steilen Strassen sind wir schnell unten bei der Anlegestelle der Fähre in Horgen und können mit dieser bald über den Zürichsee setzen.

Überfahrt über den Zürichsee
Den Schlussaufstieg über die Pfannenstilhöhen meistern wir auch noch und sind bald wieder zuhause.
Eine abwechslungsreiche Tour mit einigen Steigungen und Abfahrten ist geschafft.
C-Tour 7 Zürich – Reppischtal – Türlersee
05:11 Fahrzeit
72,7 km Strecke
14,0 km/h Durchschnittsgeschw.
1’140 m hinauf
1’140 m hinunter
