Der heutige Tag beginnt früh heute. Um 05.00 Uhr ruft mich mein Sohn an, der die ganze Nacht von Yverdon kommend durchgefahren ist und nun seine Ankunft in Sons-le-Saunier ankündigt. Er ist erst gestern abend losfahren, um keinen Ferientag zu verlieren, d.h. er macht 2 Etappen an einem Stück (er ist ein Veloverrückter…).
Als ich eine halbe Stunde später aus dem Hotelfenster blicke, sehe ich, dass er schon da ist und – auf einer Bank schlafend – auf mich wartet.

Ich beeile mich und packe meine Siebensachen. So können wir schon kurz vor 6.00 Uhr losfahren. Es ist wieder angenehm kühl; ein schöner Fahrradtag kündigt sich an.
Schon bald sind wir auf schönen Velowegen und Nebenstrassen unterwegs und oft sogar auf den «voies vertes»; das sind Velowege, die auf ehemaligen Bahntrassees angelegt sind. Diese Wege sind besonders schön.

Der Anblick eines abgeernteten Weizenfeldes ist besonders schön im sanften Morgenlicht

Da wir ohne Frühstück losgefahren sind, sind wir froh in einer kleinen Stadt einen Café- und Frühstückshalt zu machen. Die Stadt heisst Louhans und erinnert mit seinen Lauben beidseits der Hauptstrasse fast ein wenig an Bern.

Die nächste grössere Stadt, die wir gegen Mittag erreichen heisst Chalon-sur-Saône. Wir staunen über die Breite der Saône.

Wir schauen uns kurz in der Altstadt um und kaufen uns Lebensmittel für das Mittagspicknick, das wir wenig später an einem lauschigen Plätzchen im Schatten abhalten. G. ist verständlicherweise sehr müde (ich auch) und wir machen ein kurzes Nickerchen.

In der Folge geht’s aufwärts und wir durchqueren einen schönen Ort.

Wenig später geniessen wir die tägliche obligate Schotterpiste (täglich grüsst das Murmeltier); es ist so steil und steinig, dass sogar G. das Velo schiebt.

Als wir oben sind, werden wir aber mit einem wunderbaren Blick in die weite Landschaft belohnt.

Als wir wieder unten sind folgen wir bald dem Canal Central, der uns in die Zielstadt Monceau-les-mines führt. (Früher wurde hier Kohle abgebaut, wie mir der Rezeptionist im Hotel später erklärt).
Als wir bei unserem Hotel ankommen, sind wir sehr irritiert: es macht einen verlassenen Eindruck, alle Türen sind geschlossen und als ich es anrufen will, antwortet nur der Telefonbeantworter. Dabei hatte ich es doch ganz normal über booking.com gebucht. Sowas ist mir noch nie passiert! Das Hotel ist einfach geschlossen.
Zum guten Glück gibt’s noch ein Ibis-Hotel im Ort, wo wir noch ein Zimmer finden. Der Tag ist gerettet.