Endlich kann es losgehen. Das Ziel ist die Bretagne, welche wir mit einer Fahrt entlang der Loire ansteuern möchten.
Der Start ist in Sainte-Croix, einem bedeutenden Uhrmacherort oberhalb von Vallorbe. Da der Ort auf 1000 M.ü.M. liegt, ist es ein gute Startpunkt, um die erste Etappe in Angriff zu nehmen.
Nach einer kurzen Nacht – ich musste ja noch packen und einige liegengebliebene Dinge erledigen – geht’s schon um 05.34 Uhr auf die Forchbahn Richtung Zürich, nachher mit dem IC-Schnellzug nach Vallorbe (fast hätte ich das Aussteigen verpasst, da ich eingeschlafen war) und danach mit einem Ersatzbus nach Saint-Croix.

Nun stehe ich dort am Bahnhof, creme mich mit Sonnencreme ein und fahr bald schon los in den erfrischenden Morgen, es geht noch ein wenig hoch und ich erreiche schon bald den Col des Etroits, der mit 1152 M.ü.M. der höchste Punkt dieser Velotour bleiben wird.
Bald darauf fahre ich durch typische Juralandschaften. Es ist wunderbar an diesem erfrischenden Morgen.

Ich nehme es gemächlich, hab ich doch genügend Zeit auf dieser für mich eher kurzen Etappe, denke ich.
Bald schon überquere ich die Grenze und befinde mich nun schon im französischen Jura, der dem Schweizer Jura so ziemlich gleicht. Es hat Fichtenwälder und Weiden mit Kühen und manchmal Pferden. Idyllisch, aber ziemlich abgelegen.
Ein Flüsschen, das ich überquere bietet ein gutes Fotosujet, also halte ich kurz und knipse ein Bild:

Als es gegen Mittag geht, beginnt mich der Hunger und Durst zu quälen – da kommt ein Gartenrestaurant direkt an der Strasse (also eher ein Strassenrestaurant) gerade richtig.
Zuerst bin ich alleine, aber allmählich füllt sich die Terrasse mit deutschen Töfffahrern, weiteren Schweizer Velofahrern und weiteren Gästen. Ich esse einen Burger und geniesse den angenehm schattigen Platz.
Gut gesättigt geht’s in einem Auf und Ab weiter gegen Westen, meist auf wenig befahrenen Nebenstrassen, manchmal aber auch auf Hauptstrassen, wo 40-Tonnen-Lastwagen beängstigend nahe an einem vorbeidonnern.
Auch die obligaten Schotterstrecken sind dabei, es ärgert mich ein wenig, da ich so kurz vor dem Ziel kaum mehr vorwärts komme deswegen. Es ist dafür sehr schön.

Dafür werde ich kurz vor dem Ziel mit einem schönen Ausblick auf die Etappenzielstadt Sons-le-Saunier belohnt.

Erst gegen 18.30 Uhr trudle ich im Hotel ein. Ich bin fix und fertig und muss mich zuerst mal ein wenig aufs Bett legen.
Beim Nachtessen im Hotel krieg ich einen Schrecken: Das Adapter-Kabel von IPhone zu meinem Surface Go habe ich zuhause vergessen. Glücklicherweise finde ich nach einigem Pröbeln die Lösung mit One-Drive. Der Tag ist gerettet – ich kann nun endlich den Blog schreiben.