Heute steh ich früh auf und fahre – ohne gefrühstückt zu haben – um 07.15 Uhr los. Ich muss unbedingt den Zug in Koblenz erreichen, der um 11.56 Uhr nach Zürich abfährt. Die heutige Etappe ist dementsprechend kurz, nur ca. 50 km muss ich bewältigen. Ich bin froh darüber, denn das Knie schmerzt noch immer.
Der Weg führt mich auch heute wieder meist der Mosel entlang, diesmal aber oft neben mehr oder weniger stark befahrenen Strassen. Als ich über eine Brücke fahre, bietet sich mir dieser schöne Anblick:

Nach ca. 20 km entdecke ich ein Café mit Bäckerei – nichts wie hin, denn mein Magen knurrt schon bedrohlich und der Koffeinpegel ist unterirdisch. Nach der kleinen Stärkung geht’s wieder weiter, durch schöne Land- und Ortschaften:

Übrigens – man hat oft gar nicht das Gefühl, einem fliessenden Fluss entlangzufahren, die Mosel ist wohl ca. alle 5-10 km gestaut; deshalb hat man eher den Eindruck, einem langen See entlangzufahren.

Kobern-Gondorf
Bald schon erreiche ich Koblenz – kurz vor dem Ziel möchte mich Komoot durch einen Friedhof lotsen.

Dies scheint mir nun doch ein wenig respektlos und ich fahr aussen rum durch.
Kurze Zeit später erreiche ich mein Ziel, den Hauptbahnhof von Koblenz:

Koblenz
Während ich auf den Zug warte, spiele ich ein bisschen auf dem Klavier, das in der Bahnhofshalle herumsteht.

Nein, natürlich nicht, dazu bin ich zu schüchtern (!) – vielmehr steht mir der Sinn nach etwas Essbarem, also setz ich mich an eine Pizzabar, esse ein Stück Pizza und trink ein Bierchen (muss jetzt wieder aufhören damit, möchte ja doch abnehmen).
Bald schon kommt der Zug (er ist sogar fast pünktlich) und ich fahr damit zurück nach Zürich.
Die Zugsstrecke, die bald nach Koblenz folgt, bietet einen herrlichen Blick auf den Rhein und das Loreley-Gebiet. Ich schau aus dem Fenster und erinnere mich gut daran, wie ich hier vor 3 Jahren zusammen mit meinem Sohn auf unserer Amsterdam-Tour mit dem Fahrrad durchgefahren bin.

Loreley, südlich von Koblenz
Meine Moselfahrradtour geht mit diesen schönen Eindrücken zu Ende. Ich hatte grosses Wetterglück, es war fast schon sommerlich warm und die Tour war sehr schön. Schade, dass mir zuerst der Rücken und dann das Knie Probleme bereitet haben, so konnte ich die Tour nicht immer vollumfänglich geniessen.
Übrigens – die gefahrene Strecke von Basel zur Moselquelle und danach der Mosel entlang bis nach Koblenz betrug insgesamt 613 km.
Ein Dankeschön den LuL (= Leserinnen und Lesern, analog zum heutigen gebräuchlichen SuS = Schülerinnen und Schüler) für die Feedbacks und die Tipps; es ist immer schön aus der Heimat zu hören, wenn man alleine unterwegs ist. Den Blog führe ich Mitte Juli weiter, dann geht’s der Loire entlang in die Bretagne. Ich freue mich schon jetzt darauf…
Fakten heutige Etappe:
Gefahrene Strecke: 50 km
Rauf: 290 m / Runter: 310 m
Fahrzeit: 3 Std. 25 Min.
Rückreise mit dem Direktzug von Koblenz nach Zürich um 11.56 (mit reserviertem Fahrradhaken)
Streckenplan Cochem – Koblenz
Übersicht Mosel:
