Day 3 Nancy – Thionville (Moselradtour)

Heute bin ich ein wenig später. Der Grund: Frühstück gibt’s hier erst ab 08.00. Also fahr ich heute erst um 08.45 los. Bald schon bin ich wieder an einem Kanal, der von einem Fluss begleitet wird (oder umgekehrt). Das Wetter ist mir hold, somit bin ich gutgelaunt und ich bin gespannt auf den heutigen Tag.

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Nach ca. 10 km mündet die Meurthe, der ich entlang gefahren bin, in die Mosel – die Moselradfahrt kann also weitergehen.

Kurze Zeit später lockt mich Komoot in die Hügel. Obwohl ich sehe, dass die Mosel eine Schlaufe macht und der offizielle Radweg wohl der Mosel entlangführt, nehm ich die Abkürzung über die „Berge“. Als ich oben bin, bemerke ich, dass dies kein guter Entscheid war.

Als ich mich nämlich schon auf die Abfahrt freue, sehe ich, dass der asphaltierte Weg endet und eine üble Holperpiste folgt. Im Rückblick:

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Es scheint ein Gesetz zu sein: wenn ich in kritischen Fällen Komoot folge, kommt’s falsch heraus und umgekehrt (diese Thematik wird mich noch den ganzen Tag verfolgen – und verfolgt mich übertragen aufs Leben auch sonst manchmal).

Lustigerweise überholen mich kurz darauf zwei rüstige ältere Mountainbiker, die mich verwundert fragen, ob ich mich verirrt habe («vous êtes perdu?»). Ich erkläre Ihnen mein Malaise mit meiner App und lasse sie ratlos zurück. Im Schritttempo quäle ich mich die Holperpiste bis zur Mosel herunter und finde dort natürlich den schönsten Veloweg, den man sich vorstellen kann.

Ich will aber nicht klagen, die Sonne scheint und die Wege entlang der Mosel oder den Kanälen sind sehr schön.

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In einer kleinen Stadt namens Pont-à-Mousson mache ich den ersten Halt.

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Pont-à-Mousson

Nachher folge ich meist der Mosel und habe immer wieder einen schönen Blick auf diesen Fluss:

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Auch höre ich wieder einen Kuckuck – und ich bin begeistert, als ich merke, dass er im Quartintervall ruft – das hatte ich noch nie gehört, deshalb nehm ich den Quartenkuckuck zum Beweis auf.

Kurz darauf sehe ich ein eindrückliches Brückenfragment:

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Die Schautafel klärt mich über diese Brücke auf: Es ist der längste von den Römern je erbaute Aquaedukt, unglaubliche 1.125 km lang – es ist eindrücklich, ich kann nur noch staunen, wozu die Römer vor ca. 1800 Jahren fähig waren.

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Nach diesem Highlight wartet die grösste Stadt der heutigen Etappe auf mein Vorbeikommen: Metz (die Metzer sagen Mess und werden böse, wenn man ihre Stadt falsch ausspricht, klärt mich ein Franzose auf.)

Natürlich muss ich die Komoot-Route verlassen, um die Innenstadt zu sehen.

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Cathédrale de Metz

In der Folge fahre ich auf meist schönen und neuen Fahrradwegen Richtung Thionville. Unterwegs kommt mir das erste grössere Schiff entgegen, die „Promesse“.

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Schliesslich erreiche ich Thionville, eine kleine Stadt mit schönem Stadtkern:

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Thionville

Es war wieder eine sehr schöne Etappe heute, der Rücken wird immer besser, dafür macht mir heute das linke Knie Sorgen, es ist stark geschwollen, wie ich abends bemerke. Als ich ein bisschen durch die Stadt schlendern möchte, kann ich kaum mehr schmerzfrei gehen. Wie ein Schwerverletzter humple ich langsam durch die kleine Stadt. Ich finde ein schönes Gartenrestaurant, wo ich mich draussen hinsetze, so warm ist es noch. Ich gönne mir eine Pizza und einen ganz kleinen Dessert (Er ist wirklich klein – kaum der Rede wert!)

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Fakten:
Strecke: Nancy – Thionville
Gefahrene Strecke : 105 km
Rauf : 630 m/ Runter : 700  m
Fahrzeit: 7 Std. 4 Min.

Übernachtung im Logis-Hôtel des Oliviers (ziemlich preiswert und auch sonst i.O., das WLAN funktioniert einwandfrei, begann schon an den Franzosen zu zweifeln diesbezüglich)

Day 3

Streckenplan Nancy – Thionville

 

 

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