Um 07.40 verlasse ich das geschichtsträchtige und eindrückliche Hotel Deutsches Haus in Dinkelsbühl, nicht ohne noch einmal eine Foto zu schiessen davon.

In der Folge fahre ich durch unspektakuläre Landschaften, so dass ich wenig Lust verspüre, einen Halt zu machen, um etwas zu fotografieren.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt realisiere ich, dass ich nun meinen Hinweg definitiv kreuze – dies bei einer Stadt, an die ich mich gut erinnere, weil ich ein wenig von der Komoot-Route abgewichen bin, um sie mir anzuschauen. Diesmal schickt mich Komoot mitten durchs Zentrum, ich mach eine Foto von der mächtigen Kirche mit ihrem imposanten Turm, den man schon von weitem sieht:

Wie heisst diese Stadt? In ihrem Namen kommt eine Himmelsrichtung vor. (Lösung wie immer am Schluss des heutigen Blogs)
Da es noch zu früh ist für eine Kaffeepause, fahre ich weiter und erreiche so gegen 12 Uhr das Städtchen Donauwörth.

Jetzt habe ich aber wirklich Hunger und so mache ich Halt in einem Café an der Hauptstrasse (Bäckerei & Café Pfister). Zur Abwechslung esse ich mal wieder eine Erdbeerschnitte.

Durch Donauwörth fliesst bestimmt auch die Donau, denk ich; so ist es auch und ich überquere sie, als ich den Ort verlasse.

Erstmals seit Tagen ist der Himmel heute nicht wolkenlos. Seit dem frühen Morgen verdecken immer wieder Wolkenschleier die Sonne. Ich finde es ganz angenehm und auch meine sonnengeplagten Arme und Beine wissen es zu schätzen.
Die Gegend hier ist nun ziemlich flach, ich komme schnell voran und der Wind ist mir gut gesinnt.
Etwa 20 km vor Augsburg biege ich auf einen Radweg ein, der dem Lech entlangführt. Es ist wunderbar kühl auf diesem schattigen Kiesweg.

Der Lech führt ziemlich klares Wasser; dies im Gegensatz zu meist relativ braunen Suppen, welche die Flüsse hier mit sich tragen (und die einen nicht zum Bade laden).

Wenig später stelle ich mit Schrecken fest, dass sich hinter mir dunkle Wolken zusammenbrauen. Ob wohl ein Gewitter im Anzug ist? Ich erhöhe die Kadenz und flieg nur so über die Kieselsteine. Vergebens – die dunklen Wolken holen mich ein, es beginnt zu blitzen und zu donnern und grosse Regentropfen fallen hernieder.

Schnell ziehe ich die Regenjacke über und bolze weiter. So erreiche ich Augsburg in Windeseile und kann dem Gewitter, das weiterzieht, ein Schnippchen schlagen.
Nun habe ich ja genügend Zeit, mich noch ein wenig in dieser grösseren Stadt umzusehen.
Zuerst zieht es mich zum Dom, einem eindrücklichen, riesigen Bau mit einer langen Entstehungsgeschichte.

drinnen:

Als ich mich im Innern umsehe, kommt mir ein Gefährt mit Fahrer entgegen. Leicht belustigt bemerke ich, dass es sich hier um ein Kärcher-Mobil handelt, mit dem der grossflächige Kirchenboden geputzt wird – hab noch nie sowas gesehen! Und ich frage mich, wie solch grosse Gotteshäuser wohl früher geputzt wurden.

Nachher schlendere ich auf Empfehlung zur Fuggerei, kann mir aber nicht so genau vorstellen, was mich dort erwartet. Dort angekommen erfahre ich, dass die reiche Fuggerfamilie (eine äusserst erfolgreiche Kaufleute- und Bankiersfamilie, die bis in den Hochadel aufstieg) dieses Quartier im 16. Jh. für arme Leute bauen liess, also quasi die ersten Sozialwohnungen in Europa erbauen liess.

Auf einer Tafel in der Fuggerei lese ich, dass der Urgrossvater von Wolfgang Amadeus Mozart hier wohnte – die Mozart-Familie somit ursprünglich aus Augsburg stammte (was ich ja eigentlich schon wusste).

Mit diesen Eindrücken von Augsburg kehre ich in mein Hotel zurück und setze mich bald darauf in den kühlen Innenhof des ristorante italiano, wo ich von einem Kellner bedient werde, der Schweizerdeutsch spricht. Ich erfahre, dass er einst in Volketswil wohnte – die Welt ist klein!

Fegato alla Veneziana – lecker! Und zum Schluss einen „Cürüttcüngrüpp“ (Was das wohl ist? Ratet mal!)
Lösung Rätsel: Es ist die Stadt Nördlingen
Fakten: Gefahrene Strecke 109 km / aufw. 670 m, abw. 630 m / Fahrzeit 6 Std. 30 Min.
Übernachtung im Hotel am Rathaus, Augsburg

Lieber Bernhard, schön von dir zu lesen! Ich wünsche dir einen guten Abschluss deiner Reise, komm gut nach Hause!
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