Heute fahre ich um 07.40 Uhr los – reichlich spät, denn es ist schon lange hell. Die heutige Etappe beginnt gleich mit einer happigen Steigung; ich schieb das Fahrrad zumeist, denn ich möchte mit meinen Kräften sparsam umgehen. Ich werf noch einen Blick zurück auf Gersfeld, einem Kurort in der Rhön, so heisst das Gebiet hier.

Nach knapp einer Stunde habe ich die Passhöhe erreicht und bin jetzt auf über 700 m über Meer, eine Höhe, die ich seit dem Thüringer Wald (der nicht weit entfernt ist von hier) nicht mehr erreicht habe.
Es ist so schön –
hier in der Rhön
beginne ich zu dichten. Das Gebiet trägt den Namen «Biosphärenreservat Rhön» und ist landschaftlich sehr reizvoll.

Zum guten Glück geht’s auf der anderen Seite sanft nach unten; dazu auf neu asphaltierten Velostrassen (Triple A!) – so macht’s Spass, und ich komme jetzt auch wieder flott vorwärts.
Ich passiere ein hübsches Kleinstädtchen namens Bischofsheim, fahr vorbei an Bad Neustadt an der Saale und bin bald darauf in Münnerstadt, einer aparten Stadt mit schönen Häusern:

Nach Münnerstadt führt mich mein Weg durch eine liebliche Naturlandschaft fern jeglicher Zivilisation – ich bin ganz alleine unterwegs.

In der Folge überquere ich eine Hügelkuppe und habe, als ich oben bin, einen wunderbaren Fernblick:

Nun folgen wieder rasante Abfahrten (auf Triple-A-Velowegen) und so bin ich schon bald in Schweinfurt, einer Stadt mit viel Betrieb:

Kaum habe ich Schweinfurt verlassen, stehe ich vor einer überwältigenden Flusslandschaft. Ich weiss nicht, welchen Fluss ich vor mir habe und muss mich danach erkundigen. Hättet ihr es gewusst? (Meine heutige Quizfrage, Lösung am Schluss)

Nun fahre ich mehrheitlich Richtung Westen, was optimal ist, denn der Wind bläst aus Osten. An einer schönen Stelle erblicke ich ein Café, wo ich einkehre. Zur Abwechslung esse ich einen Käsekuchen, der auch gut schmeckt. Mit einem älteren Pärchen (auf der Foto zu sehen) komme ich ins Gespräch; sie sind aus Schweinfurt und auf einem Fahrradausflug hierher und empfehlen mir u.a. einen fränkischen Wein zu trinken abends (was ich aber nicht tun werde; ich steh eher auf Bier, wenn’s heiss ist).

Schon bald geht’s wieder in die Hügel nach der Rast und zu meinem Erstaunen durch grosse Weinkulturen – aha, von hier kommt der fränkische Wein!

Meine heutige Etappe ist landschaftlich sehr abwechslungsreich, es herrscht mal wieder Kaiserwetter, ich fahr meist auf Triple-A-Velowegen: kurz, eine Traumetappe!
Gegen 16.00 Uhr erreiche ich Würzburg, eine Stadt mit über 120’000 Einwohnern.
Ich fahre zu meinem Hotel, welches ich schon von weitem erkenne, denn es ist ein hoher Glasbau mit 17 Stockwerken.

Nach kurzer Aufregung – mein Zimmer ist extrem verraucht; ich bekomme aber schnell ein andres – geniesse ich die Aussicht vom 13. Stock aus:

Es ist das teuerste Hotel auf meiner Reise – das habe ich mir gegönnt. Ob das im Sinne von Bernhard von Clairvaux ist – siehe Rätsel vom Vortag – bleibe dahingestellt!
Nach der erfrischenden Dusche mache ich noch einen Spaziergang durch Würzburg, bin aber wieder einmal ein bisschen enttäuscht: Eine Altstadt ist fast inexistent – ihr ahnt, warum – es ist so schade!
Dafür ist der Blick auf den Main, die alte Mainbrücke und die Marienfestung atemberaubend:

Ein wunderschöner Tag neigt sich mit dieser Abendstimmung dem Ende entgegen:

Lösung Quiz: Es ist der Main (einer der wenigen Flüsse Europas, der von Ost nach West fliesst).
Fakten: Gefahrene Strecke 115 km / aufw. 1040 m, abw. 1370 m / Fahrzeit 6 Std. 52 Min.
Übernachtung im GHOTEL Würzburg
